Buch Unterleuten

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On 25.11.2020
Last modified:25.11.2020

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Mrz 2012 ist die 8. Bis jetzt gab es aufgrund des Urteils des Europischen Gerichtshofes noch keine Abmahnwelle fr die Nutzer dieser illegaler Streaming-Portale?

Buch Unterleuten

Thalia: Infos zu Autor, Inhalt und Bewertungen ❤ Jetzt»Unterleuten«nach Hause oder Ihre Filiale vor Ort bestellen! In Juli Zehs neuem Buch "Unterleuten" zerstreitet sich ein Dorf über das Thema Windkraft. Ein packender Gesellschaftsroman. Unterleuten. von Juli Zeh. Roman. Nominiert für die Shortlist zum 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' Originalausgabe. Buch (gebunden).

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Thalia: Infos zu Autor, Inhalt und Bewertungen ❤ Jetzt»Unterleuten«nach Hause oder Ihre Filiale vor Ort bestellen! Unterleuten. von Juli Zeh. Roman. Nominiert für die Shortlist zum 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' Originalausgabe. Buch (gebunden). Dabei ist der Roman das teuerste (24,99 Euro) und umfangreichste ( Seiten) Buch unter den 25 Toptiteln des Jahres Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext.

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Unterleuten (Official Trailer deutsch)

Frage 9: Ist es legal, wenn Buch Unterleuten sie Buch Unterleuten. - {{heading}}

Jahrhundert zu Ende gegangen, diese Epoche des kollektiven Wahnsinns.
Buch Unterleuten Unspoiled countryside, a romantic cottage and endless space in the village of Unterleuten promise to be an idyll. The peaceful life goes out of joint when an investment company decides to erect a wind park close by. Juli Zeh: Ich kann nicht abstreiten, dass ich „Dein Erfolg“ kenne. Allerdings existierte es damals noch nicht als Buch, sondern nur als eine Methode, mit der Manfred Gortz seine Seminare bestritt. Im Namensverzeichnis ist Gombrowski 7 Jahre älter als Kron (im Buch ist es umgekehrt), was durchaus von Bedeutung ist, da es sich um Hauptakteure und Gegenspieler handelt. Weiter ist mir aufgefallen, dass von der Nähe zu Polen gesprochen wird, obwohl der Schauplatz des Geschehens, die Prignitz, im Westen und nicht im Osten Brandenburgs liegt. Download Unterleuten PDF-Buch kostenlos | Juli Zeh in Helene Grass, Juli Zeh. gratis e bücher Unterleuten, ebook bücher kostenlos Unterleuten, ebook günstig. Juli Zeh über Manfred Gortz und den virtuellen Kosmos von Unterleuten. Das Kommunikationszeitalter verändert uns, als Einzelne und als Gesellschaft. Viele Fragen stellen sich noch einmal neu: nach der menschlichen Identität, nach dem feinen Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit, auch nach Autorenschaft, nach Plagiat und Zitat. Das schreibt der Luchterhand Zusatzbeitrag 2021 Ikk Classic Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Die Geschichte und die der klare, einfühlsame Sprache zeichnen den Roman aus. Doch diesen neuen Roman der Autorin …. Buchinformationen: Gebundene Ausgabe: Seiten Verlag: Luchterhand Literaturverlag, erschienen Serien Namen 8. In kürzester Zeit Breakthru ich von der gut konstruierten Story gefesselt. Wenn Lucy Finkbeiner in Unterleuten eins gelernt hat, dann dass jeder Mensch ein eigenes Universum bewohnt, in dem er von morgens bis abends recht hat. Bin völlig begeistert, wie Juli Zeh die unterschiedlichen Charaktere Pamuk Orhan treffen lässt. Hier lässt sich noch nicht erkennen, ob es sich um zwei oder nur ein Wort handelt. Durch die mediale Inflation wird immer wichtiger, was in der Provinz Dorffunk genannt wird — eine globale Gerüchteküche. Dennoch arbeiteten beide Buch Unterleuten zusammen in der LPG. Cover dpi. Mizzie Meiler Name: Kevin Dobson Meiler geboren: in Ingolstadt. Dann jedenfalls, wenn man aufgeklärt genug war, um Wahrheit als den Fall mit der höchsten Killing Season Stream zu betrachten. Im Namensverzeichnis ist Gombrowski 7 Jahre älter als Kron (im Buch ist es umgekehrt), was durchaus von Bedeutung ist, da es sich um Hauptakteure und Gegenspieler handelt. Weiter ist mir aufgefallen, dass von der Nähe zu Polen gesprochen wird, obwohl der Schauplatz des Geschehens, die Prignitz, im Westen und nicht im Osten Brandenburgs liegt/5(). „Unterleuten“ heißt das fiktive Dorf in der Prignitz im westlichen Brandenburg, das dem neuen, voluminösen Roman von Juli Zeh den Titel gegeben hat. Zehn Jahre hat sie angeblich daran gearbeitet. Und der Name ist Programm: Einsamkeit ist anderswo/5(24). Unterleuten ist ein Buch über die permanenten Missverständnisse, die es zwischen Menschen gibt. Es zeigt, wie oft genug diese Missverständnisse es sind, die ganze Existenzen formen, unter Umständen gar der Sinnlosigkeit entreißen, ganze Lebenszusammenhänge, alles basiert auf Geschichten, die man sich selbst über andere erzählt, die aber. Unterleuten ist ein Gesellschaftsroman von Juli Zeh aus dem Jahr , der fast ausschließlich im fiktiven Dorf Unterleuten in Brandenburg angesiedelt ist und zum größten Teil im Juli/August spielt. Unterleuten: Roman | Zeh, Juli | ISBN: | Kostenloser Versand für alle Bücher mit Versand und Verkauf duch Amazon. Thalia: Infos zu Autor, Inhalt und Bewertungen ❤ Jetzt»Unterleuten«nach Hause oder Ihre Filiale vor Ort bestellen! Dabei ist der Roman das teuerste (24,99 Euro) und umfangreichste ( Seiten) Buch unter den 25 Toptiteln des Jahres Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext. Juli Zeh wurde für ihr Werk Hataraku Maou-Sama! ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreisdem Hölderlin-Förderpreisdem Ernst-Toller-Preis Pamuk Orhan, dem Carl-Amery-Literaturpreisdem Thomas-Mann-Preis Drakaris, dem Hildegard-von-Bingen-Preisund dem Bruno-Kreisky-Preis sowie dem Dschungelkönig 2021 der Stadt Köln Man spürt das Brodeln und wartet darauf, dass alles bald explodiert. Ich konnte mir unter diesem Titel einfach wenig vorstellen und dann entpuppte es sich als eines dieser Bücher, die überraschen. Bestellen Sie bei Ihrem Buchhändler vor Ort oder direkt bei. Rights sold David Garrett Freundin Denmark RosinanteFrance Actes SudGreece MetaixmioItaly FaziThe Netherlands Ambo AnthosNorway Gyldendal Norsk Selected by New Books in German English sample translation available. Am Ende des Romans erfährt der Leser, sie sei laut Frederik Wachs nach Oldenburg zu ihrem Hengst zurückgekehrt. Quelle: Unsere Kleine Farm Heute. Die Erzählung Unterleuten geht weiter, in Büchern, in Zeitungen, im Internet.
Buch Unterleuten
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Das Buch ist sehr überlegt aufgebaut und die einzelnen Kapitel sowie die Perspektivwechsel tragen dazu bei, dass die schwelenden Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können.

Wie auf dem Seziertisch verfolgt man die Figuren mit ihren eigennützigen Plänen und ahnt bereits, wie diese Egozentrik Unterleuten zum Untergang verdammt.

Die Perspektivwechsel sind die Grundlage für die unglaubliche Sogwirkung des Romans. Je mehr Personen für sich sprechen, desto interessanter wird die Handlung.

Es ist wie ein Puzzle, welches der Leser zusammensetzen soll. Gleichzeitig spielen diese Perspektivwechsel mit den Erwartungen des Lesers.

Trotz der auktorialen Erzählerin, die erst zum Ende hin als Figur eingeführt wird und somit als Chronistin der Handlung dient, sind die einzelnen Perspektiven extrem subjektiv.

Sprachlich gesehen bleibt Unterleuten eher hinter Zehs anderen Werken zurück. Das liegt vor allem an dem schnellen Tempo des Geschehens und der Sätze selbst.

Alles ist auf den überspitzten Konflikt hin komponiert, die Sprache ist glatt und liest sich schnell und ohne Stolperfallen. Sie ist so gut durchkomponiert, dass es immer weitergehen muss bis zum unweigerlichen Cliffhänger des Kapitels.

Ein Spiel mit realer Lesezeit und imaginierter Zeitwahrnehmung im Handlungsgeschehen. Um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben, entstand eine Homepage, die sich mit genau dem Thema Metafiktion beschäftigt.

Hier werden der Roman, das Dorf und die Menschen darin vorgestellt. Zudem gibt es echte Internetadressen der Buchinhalte wie beispielsweise der Internetauftritt des Vogelschutzbunds aus Unterleuten.

Ein Phänomen, welches nicht so häufig bei Gesellschaftsromanen oder belletristischen, dafür aber bei publikumswirksamen Büchern umso verbreiteter ist.

Hier spiegelt sich die Realität in der Fiktion und umgekehrt. Wessen Egozentrik liegt dann eigentlich auf dem Seziertisch? Gleichzeitig bringt es den Leser zum Nachdenken und versucht ihn zu fragen, was die wichtigen Dinge und Fragen im Leben sind.

Denn Zeh zeigt sehr offen durch ihre handelnden Figuren, wie unsere Zeit, unsere Gesellschaft gestrickt ist. An dieser Stelle bedanke ich mich bei der Verlagsgruppe Random House, für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Schon an diesem Titel erkennt man, wie geschickt sie mit Sprache umgeht. Juli Zeh hat ihren Roman in sechs Teile gegliedert und lässt in 62 Kapiteln ein knappes Dutzend der Dorfbewohner zu Wort kommen.

Und so schwappt nicht nur die Vergangenheit allmählich ans Tageslicht, sondern ich als Leser betrachte das Ganze ständig aus einem anderen Blickwinkel.

Das macht die Faszination dieses Dramas aus, denn genau das ist es für mich. An dieser kleinen Dorfgemeinschaft stellt Juli Zeh sehr anschaulich dar, wie jeder nur an seinen Vorteil denkt und sich dabei auch noch im Recht fühlt, wie jeder gegen jeden intrigiert und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.

Die Handlung bewegt sich dabei kontinuierlich weiter und kann auch mit einigen Thrillerelementen aufwarten. Denn mit Cliffhangern geizt Juli Zeh absolut nicht.

Die Personen waren mir allesamt zunächst unsympathisch, das muss man auch mal schaffen. Und je mehr ich über jeden einzelnen erfahren habe, um so mehr verschwammen die Grenzen zwischen Antipathie und Sympathie.

Sprachlich finde ich Unterleuten absolut brillant, der Schreibstil ist zweideutig, sarkastisch, humorvoll und auch spannend und bei all der Vielseitigkeit doch gut zu lesen.

Ich mag schöne Sprache, aber ich muss passen, wenn es zu kompliziert oder zu abgehoben wird. Das ist es hier ganz und gar nicht der Fall. Ich bin beeindruckt von so viel Zweideutigkeit, von so vielen Sätzen, bei denen ich erstaunt die Augenbraue hebt um dann beim zweiten oder dritten Lesen das gesamte Zwischenspiel zu erfassen.

Das ist schon genial und mir in dieser Form noch nicht bewusst begegnet. Vordergründig geht es natürlich um den geplanten Windpark und wie jeder am besten seinen Vorteil daraus zieht.

Aber gleichzeitig hat Juli Zeh noch viele andere Themen angesprochen wie die Stadtflucht, Ehekrisen, Schuld und Sühne und die Verarbeitung der DDR Geschichte.

Mir ging es beim Lesen nicht immer gut, manches zog sich, einige Figuren blieben etwas blass und manchmal waren mir die gemeinen Intrigen einfach zu viel.

Unterleuten ist alles andere als ein Wohlfühlroman und hat das Potential, romantische Vorstellungen vom Landleben zu zerstören.

Aber über allem steht dann doch die brillante Sprache, die ich in vollen Zügen genossen habe und eine Story, die man nicht so schnell vergisst.

Fazit: Landleben ist nicht immer idyllisch und schöne Sprache beschreibt nicht immer schöne Dinge.

Mit Unterleuten hat Juli Zeh mir einen Blick hinter die Idylle gewährt und ein Gesellschaftsbild gezeichnet, das mich sehr nachdenklich gemacht hat.

Der Titel ist bewusst gewählt, denn auch wenn Unterleuten ein fiktives Dorf ist, geht es genau darum. Leben unter Leuten, auf dem brandenburgischen Land.

Ins ehemals ostdeutsche Hinterland, sozusagen. Dort ist man von Neuankömmlingen und generell allem, was neu ist, wenig begeistert, und vor allem eines: skeptisch.

Denn: früher war alles besser. Ging seinen gewohnten Gang. Man wusste, wer man war, und wohin man gehörte, hatte einen Job, hatte Familie.

Dann kam die Wende. Jobs gingen verloren, Familien zerfielen, Traditionen wurden gebrochen und so manch einer der Dorfbewohner hat seinen Sinn im Leben aus den Augen verloren.

Der alternde Dozent nimmt eine Stelle als Vogelschützer an, seine Freundin hingegen merkt, dass die anfänglich idyllische Vorstellung vom ruhigen Leben auf dem Land mehr als fragil ist.

Zu guter Letzt soll rund um den Ort nun auch noch ein Windpark errichtet werden — der Vogelschützer geht auf die Barrikaden und die Lage im Dorf eskaliert.

Bei Zehs Romanen ist das häufig so — sie leben von der detaillierten, auf den Punk gebrachten Beschreibung der Charaktere — so auch in diesem Roman, der aus der Sicht der verschiedenen Bewohner erzählt wird.

Hierbei wird keine der Figuren weichgezeichnet, idealisiert oder stigmatisiert, viel mehr beginnt der Leser, Verständnis aufzubauen — für Wendegewinner, Wendeverlierer und gänzlich unbetroffene, zugezogene.

Für eine Mutter, die nur das Beste für ihr Kind will, und darüber vergisst, was sie eigentlich möchte. Für den Nachbarn einen Zaun weiter, der rücksichtslos in ihren Wohnraum eindringt.

Für Affären, für Totgeschwiegenes, für Bürgermeister- und für Bürgerinteressen. War denn der Kommunismus eine so schlechte Idee, wenn ein alteingesessenen Ostdeutschen, der vergangenen Zeiten hinterhertrauert und diese idealisiert, aktuelle Entwicklungen so pointiert kritisiert, dass man kurz stockt und sich denkt: Recht hat er?

Ein Pageturner, den man aber trotzdem zwischendurch aus der Hand legen kann -und vielleicht auch muss — um die Geschehnisse nachwirken zu lassen.

Zwischen den Zeilen wird so vieles angesprochen, wird Kritik an so vielen aktuellen Entwicklungen geübt, dass jeder etwas aus diesem Buch für sich mitnehmen kann.

Best-Bewertung dafür von mir und eines der Bücher, das im Regal bleiben darf — auf Lebenszeit. Er hat ein Anliegen, das wird beim Betrachten seines Gesichtsausdrucks bereits deutlich.

Der Tierschützer ist einer von vielen Bewohnern des Dorfs Unterleuten, durch deren unterschiedliche Perspektiven Juli Zeh ihren gleichnamigen Roman zum Leben erweckt.

Die Liste ist lang, genau wie Juli Zehs Roman. Auch nach seinen Seiten will dieser kein Ende nehmen; stattdessen hat Juli Zeh ein Gesamtkunstwerk komponiert, das ihren Figuren eigene Facebook- oder Xingprofile zukommen lässt sowie dem Dorfrestaurant und eben auch dem Vogelschutzverein, inklusive Foto des Vorsitzenden, eine eigene Homepage einräumt.

Während jedoch die virtuelle Variante heimelig wirkt, konfrontiert Juli Zeh ihr Figurenensemble zwischen den Buchdeckeln mit lauten Rasenmähern am Sonntagmorgen und der Frage nach dem Stellenwert des Gemeinwohls gegenüber den eigenen Bedürfnissen.

Online ist sie dabei zu beobachten, wie sie vor einer eigens angefertigten Flurkarte ihres Romanschauplatzes steht. Jedes Grundstück der Bewohner Unterleutens ist eingezeichnet, ebenso wie ein Windpark, der, Fortschritt und saubere Energie versprechend, in Unterleuten entstehen soll.

An den Windrädern kumuliert sich das dörfliche Chaos, winkt mit finanziellem Segen für den einen und überrollt den anderen. Die Antwort lautete: Weil Gewalt verdammt einfach war.

Warum es sich zu lesen lohnt: ist noch nicht ganz vorbei, ich lege mich dennoch schon jetzt fest: "Unterleuten" ist das Beste, was ich in diesem Jahr gelesen habe.

Juli Zeh beschreibt ein Dorf und seine BewohnerInnen mit ihren Lebensentwürfen, Moralvorstellungen, familiären Verstrickungen, Sehnsüchten und politischen und persönlichen Interessen.

Ich habe einen Faible für Bücher, in denen Geschichten aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden.

In diesem Buch kommen kapitelweise verschiedene Personen, die in Unterleuten leben, zu Wort und beschreiben die Situation in dem kleinen Dorf aus ihrer Sicht.

Die Charaktere, die bisweilen Klischees erfüllen, und die Themen des Dorfes, lassen sich problemlos auf unsere Gesellschaft übertragen.

Eine Mutter, die nur das Wohl ihres Kindes im Sinn hat und vom Leben auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.

Ein Umweltschützer, dem die Kraniche dann doch im letzter Konsquenz egal sind. Eine Pferdenärrin, die vor Ehrgeiz und Selbstbeherrschung strotzt und ihre Interessen durchsetzt, egal wie.

Eine durchgeknallte Alte, die mit 20 Katzen in einem Haus lebt. Ein Bürgermeister, der nur das Beste für sein Dorf im Sinn hat.

Und ein Energiekonzern, der einen Windpark in Unterleuten errichten will. Juli Zeh ist es gelungen einen Gesellschaftsroman zu schreiben, der sich wie ein Krimi liest.

Zu dem Buch ist viel Lob gesagt worden. Ich habe es empfohlen bekommen und mit Interesse gelesen, Interesse nicht an Stadt-Land-Kontexten oder Umweltschutz, sondern an der Frage, wie eine Autorin ihre vielschichtigen Figuren und Probleme letztlich auflöst.

Gut gelungen ist die spannende Erzählweise, das Buch trägt durchaus krimihafte Züge, aber insgesamt ist mein Eindruck nicht nur positiv.

Einiges finde ich zu konstruiert, man fragt sich an mehreren Stellen unweigerlich, ob sich Leute tatsächlich so verhalten würden. Fiktive Personen sind Sache des Künstlers, wo er ggf.

Und damit ist man bei der Plausibilität der Charaktere und der Gesamtgestaltung. Bei den zahlreichen Grausamkeiten in diesem Buch kommt man oft an diesen Fragepunkt.

Stellvertretend nur ein Bsp. Paradoxerweise verhält sich der Mensch ja bekanntlich zu Tieren menschlicher als zu seiner eigenen Gattung, zumindest in konkreten Mensch-Tier-Beziehungen, wie es bei der Hundehaltung ja besonders der Fall ist.

Die abstrakte Arterhaltung einer bedrohten Vogelart, die im Buch ja auch Thema ist, interessiert hingegen ja meist nur "abstrakt" eben Tierschützer.

Die Farce dieser Art Tierschutz wird wiederum gut herausgearbeitet. Das brandenburgische Seelen-Dorf Unterleuten wirkt auf den ersten Blick wie die perfekte Idylle: Obstbäume, eine Dorfgemeinschaft, die sich schon lange kennt, Natur pur.

Doch unter der Oberfläche brodeln Konflikte, die weit zurück in die Vergangenheit der Dorfbewohner führen und die sich dramatisch verstärken, als ein Windpark in unmittelbarer Nähe des Dorfes errichtet werden soll.

Bald machen sich die verschiedenen Konfliktparteien gegenseitig das Leben schwer, und das idyllische Unterleuten wird immer mehr zur Hölle.

Juli Zeh hat mit Unterleuten einen Gesellschaftsroman über das Jahrhundert geschrieben, in dem nur noch der Einzelne zählt und die Gemeinschaft immer mehr zerfällt.

Dabei gelingt es ihr hervorragend, dem Leser das Leben in Unterleuten nahe zu bringen, indem sie ihre Protagonisten detailreich und lebensnah zeichnet und die Beziehungen zueinander mit viel Feingefühl herausarbeitet.

Diese vielschichtigen Protagonisten empfand ich als extrem spannend und zusammen mit den verflochtenen Beziehungen zwischen ihnen als Höhepunkt des Romans.

Vielmehr handelt es sich um ein flüssig lesbares Buch, das sprachlich sehr natürlich wirkt und inhaltlich packend ist. Juli Zeh: Unterleuten.

Luchterhand Literaturverlag, , Seiten; 24,99 Euro. Ich bin mitten ins Herz getroffen. Unterleuten ist überall um mich herum. Als Brandenburgerin bin ich fassungslos, wie die mich umgebende Gesellschaft punktgenau offen gelegt wird.

Ich bin begeistert von dieser Sprache, diesem sprachlichen Humor und dieser treffsicheren Beschreibung der gegenwärtigen Verhältnisse.

Ich befinde mich mitten drin in diesem Unterleuten und freue mich an der Leichtigkeit die mir durch dieses Buch vermittelt wird, manches bisher schwer zu ertragende nun mit einem Schmunzeln zu lassen Juli Zeh ist eine der wenigen deutschen Autoren, von denen ich jedes Buch lese und am liebsten gleich, wenn es vom Stapel läuft.

Ein Roman über ein Dorf in der Provinz ist nun normalerweise nicht das, bei dem ich atemlos und vor Freude jauchzend zugreife, denn als arroganter Städter klingt das für mich in etwa so attraktiv wie tot überm Zaun hängen sorry, not sorry.

Aber gut, wenn Frau Zeh das zum Thema macht, dann eben auch Dorf, Provinz, Ornithologen, junge Mütter und Windräder. Zum Beispiel ungeheure Effizienz bei vollständiger Abwesenheit von Humor.

Die beiden gehörten zu einer fremden Spezies. Nichts an ihnen war gedämpft. Nichts an ihnen war unsicher, zurückhaltend, zweiflerisch oder bescheiden.

Diese jungen Menschen, in Meilers Augen halbe Kinder, agierten als Repräsentanten eines neuen Jahrhunderts. Sie arbeiteten nicht mehr für Vorgesetzte.

Sie kannten keine überheizten Büros, keine grauhaarigen Sekretärinnen und keine Telefone, die über Kabel mit der Wand verbunden waren.

Sie kannten keine Abteilungen und deren Abteilungsleiter, keine kurzen und lange Dienstwege und auch nicht den Geruch von frisch gesaugten Teppichböden, der die Arme schwer, den Rücken krumm und die Schritte langsam machte.

Sie waren selbständig, selbstsicher, selbstsüchtig, wandelnde Selfies, zwei dauerbewegte Selbstporträts. Zeh versteht es, die Dynamiken dieses Mikrokosmos zu erfassen und jeder der Charaktere des Romans hat Substanz und ist glaubhaft, ganz egal welchen Hintergrund oder welches Alter eine Person hat.

Gut geschrieben, spannend, humorvoll auch wenn keine der Figuren einem wirklich ans Herz wächst und sie eigentlich alle mehr oder weniger bemitleidenswert sind.

Ich freue mich schon jetzt auf ihr nächstes Buch. Der Verlag nennt "Unterleuten" einen Gesellschaftsroman, ich kann mich nicht erinnern, jemals zu einem solchen gegriffen zu haben.

Vom Leben in einem ostdeutschen Dorf hatte ich nur dunkle Vorstellungen. So erschien "Unterleuten" auf den ersten Blick als "mutige" Wahl mit Aussicht auf Erkenntnisgewinne.

Und ich wurde in jeder Hinsicht positiv überrascht. Im Kern geht es in "Unterleuten" um den Bau von Windkrafträdern auf dem Gebiet der brandenburgischen Gemeinde Unterleuten.

Daraus macht Juli Zeh einen Roman über Seiten mit ca. Zuerst subtil und später offensichtlich entwickelt sich eine spannende Geschichte.

Die Konflikte sind vorprogrammiert. Und dann gibt es noch den Zwist zwischen den Alphatieren des Dorfs, der bis in DDR-Zeiten zurückreicht.

Die Kungelei um die Windräder und die geschickte Verstrickung der Lebenswege der Dorfbewohner ergeben zusammen eine Geschichte, die zwar nicht ganz ohne Klischees auskommt, aber trotzdem sehr realistisch erscheint.

Die Erzählweise der erfolgreichen Autorin Juli Zeh wird ihrem Ruf gerecht. So wird z. Als Vorlage hält das reale Buch "Dein Erfolg" von Manfred Gortz her.

Realität und Fiktion verschwimmen in "Unterleuten" immer wieder. Auf der Website zum Buch werden das Dorf und seine Bewohner vorgestellt, selbst auf die Website der Dorfkneipe wird verwiesen.

So sehr den Geschichten und Charakteren Raum für ihre Entwicklung gelassen wird, so sehr überschlagen sich gegen Ende die Ereignisse.

Diese Beschleunigung hätte ich nicht gebraucht. Trotzdem gibt es von mir eine nachdrückliche Leseempfehlung.

An "Unterleuten" kann wirklich jeder Leser Gefallen finden. Trotz der Seiten wird die Geschichte allerdings nicht für den ganzen Winter reichen, dafür liest sich das Buch einfach zu schnell und zu gut.

Ein tolles, spannendes und realistisches Buch. Wenn man selbst aus der Stadt aufs Land gezogen ist, stellt man fest, dass es viele Parallelen gibt.

Unterlegten ist Realität gleich wo in Deutschland. Ein geplanter Windpark und die damit verbundenen Flächennutzungen lassen das Geflecht aus ungeschriebenen Schuldverhältnissen und gegenseitigen Gefälligkeiten auseinanderfallen.

Jeder will ein Stück des Kuchens ergattern und bringt damit das Dorfgefüge ins Wanken. Lange unterdrückte Missgunst, alte DDR-Seilschaften und falschen Ambitionen von Neubürgern ergeben eine explosive Mischung.

Juli Zeh beschreibt ein Dorf, das sicherlich viele schon so vor Augen hatten. Auf den ersten Blick eine ländliche unberührte Idylle, die man erst auf der Karte suchen muss.

Die Bewohner lieben es schlicht und ruhig. Neu ist der Aufwand, der um das Buch herum betrieben wurde. Die Autorin sagt selbst über das Buch: "'Unterleuten' hatte von Anfang an die Tendenz, über die Buchdeckel hinaus zu wuchern.

Zum Verständnis der Handlung sind diese zusätzlichen Angebote aber nicht erforderlich. Nach Veränderung strebt in Unterleuten niemand.

Die Charaktere sind nicht sympathisch, glatt und nett anzuschauen, sie polarisieren. Jeder hat sich sein eigenes kleines Weltbild geschaffen und lässt daran nicht rütteln.

Die Menschen von heute konnten nichts lassen, wie es war, auch das Gute nicht. Wenn etwas funktionierte, machten sie es mit ihrer Änderungswut kaputt, bis es wieder Probleme gab, mit deren Lösung sie sich profilieren konnten.

Man bewegt sich von der Oberfläche in immer tiefere menschliche Abgründe. So wie man seinen Nachbarn vermeintlich kennt, hat man auch bei den Unterleutenern schnell Schubladen geöffnet und sich eine Meinung gebildet.

Doch es kommt anders, dramatisch und unvorhersehbar. Das Spiel um Missverständnisse und Schuldzuweisungen wird von der Autorin gekonnt inszeniert.

Ein gesellschaftskritisches Lesevergnügen der besonderen Art. Die Unterleutener lösten Probleme auf ihre Weise. Sie lösten sie unter sich. Anhand des kleinen brandenburgischen Dorfes Unterleuten schreibt sie vom Zusammenleben der Menschen, von Störenfrieden und unterschiedlichen Lebensvorstellungen und -plänen, die letztlich das ganze Dorf betreffen.

Es gibt die Alteingesessenen, die Neu-Unterleutener, die ewig Gestrigen, die Wendehälse, die Karrieristen und die Aussteiger, die Wir-lassen-alles beim Alten- und die Wir-wollen-alles-besser-machen-Menschen.

Die Charaktere sind als Typen, mitunter etwas überspitzt, dargestellt. Sie sind nicht immer liebenswert, manche kauzig, andere egoistisch, einige weltfremd.

Aber alle wirken in ihrem Tun und Lassen durchaus glaubhaft, ehrlich und überzeugend. Alle kamen mir doch auf die eine oder andere Art bekannt vor, weil die Autorin das Spezielle, die für den Brandenburger typischen Eigenschaften so treffend auf den Punkt brachte.

Hätte ich diesen Roman gelesen, ohne zu wissen, in welcher Gegend er angesiedelt wurde, zielsicher hätte ich auf meine alte Heimat getippt.

Trotz des durchaus vorhandenen Lokalkolorit ist dieser Roman weit entfernt von einem Abbild einer heilen Welt. Unterschwellige, seit Jahrzehnten sich entwickelnde Konflikte treten mehr oder weniger offen zu tage, alte Seilschaften brechen auseinander, neue entstehen.

Die verschiedenen Interessen sind kaum vereinbar. Sie lenkt ihn damit auch auf Probleme unserer gesamten Gesellschaft, für die sie durchaus kritische Worte findet.

Eine wirkliche Herzensperson, mit der man mitfiebern kann gibt es in diesem Roman nicht, jedenfalls für mich nicht.

Vielmehr rücken die verschieden, zum Teil auch unvereinbaren Interessen in den Blickpunkt des Betrachters. Es wurde auch nicht von Beginn an deutlich, wer mit wem oder gegen wen agierte, die Beziehungen verändern sich recht häufig, doch im Laufe der Handlungsentwicklung ergibt sich ein sehr umfassendes, komplexes Bild der dörflichen Gemeinschaft.

Für mich ist er ein Lesehighlight geworden. Mit viel Interesse besuchte ich auch die Seite im Internet, die neben dem Plan des Dorfes auch einen zusammenfassenden Einblick in das Who is who der Dorfgemeinschaft gibt.

Danke Juli Zeh. Selten habe ich eine so intelligente und feinfühlige, die Perspektiven so vieler 'Prototypen' unserer Gesellschaft bis in die Tiefe auslotende Analyse in einer derart reichen, zum Schmunzeln ebenso wie zum ernsthaften Nachdenken anregenden Sprache verfasst, gelesen!

Ich bin begeistert. Gombrowski, der sich für das Dorf und dessen Wohlergehen einsetzt und trotzdem angefeindet wird.

Hilde, mit ihren 20 Katzen. Jule und Gerhard, ein Akademiker - Pärchen, welches so gar nicht aufs Land gehört, sich dies aber nicht eingestehen möchte.

Und Linda und Frederic, die Pferdefrau, er Software-Entwickler. Dazu kommen dann noch Nebenfiguren wie die Kinder der genannten und Nachbar Schaller, der seine Nachbarn mit brennenden Autoreifen einnebelt.

Wie ein Thriller liest sich der Roman um altes und neues Unrecht, zerplatzte Träume, Untreue und Eifersucht. Sehr bitter war das Ende des Romans, welches nur Beschädigte kennt, zudem hätte ich mir einen anderen Gewinner beim Tauziehen um das Gelände gewünscht.

Zwei Ungenauigkeiten habe ich gefunden, auf Seite ist von Walfischen die Rede, dabei sind dies Säugetiere und die Olympiade ist die Zeit zwischen den Olympischen Spielen und nicht die Spiele selbst Seite unbekannt.

Fazit Ein faszinierender Roman über die Komplexität menschlicher Beziehungen. Manche Entscheidungen wollen wohlüberlegt sein.

Auch die, in ein kleines, entlegenes Dorf zu ziehen. Alle, die von einem idyllischen Landleben, hilfsbereiten Nachbarn, einer Dorfkneipe und ganz viel Ruhe träumen, empfehle ich Unterleuten.

Das Dorf Unterleuten mit seinen Einwohnern mitten in Brandenburg gibt es zwar nicht, aber bei näherem Hinsehen stellt man fest, dass es stellvertretend für zahlreiche andere Dörfer steht.

So oder so ähnlich. Unterleuten wirkt wie aus der Zeit gefallen: Es gibt weder eine Arztpraxis noch eine Schule, kein Internet, und die Renten der alten Bewohner sind so klein, dass der Tauschhandel blüht.

Probleme werden innerhalb der Dorfgemeinschaft gelöst, die Polizei wird nicht gebraucht. Aber auch ein auf den ersten Blick so rückständiges Dorf verändert sich.

Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass er sich damit keine Freunde und das Leben zur Hölle macht. In seinem Schlepptau sind seine 22 Jahre jüngere Ehefrau Jule und ihre gemeinsame sechs Monate alte Tochter Sophie.

Jule war bei Gerhard Studentin und muss im Verlauf der Handlung erkennen, dass ihr Mann ein anderer Mensch ist, als sie geglaubt hat.

Doch auch Linda Franzen, die mit ihrem Freund Frederik Wachs ein heruntergekommenes Gutshaus gekauft hat, das sie jetzt renovieren will, ist mit ihrem ausgeprägten Ehrgeiz ein Fremdkörper in der Dorfgemeinschaft.

Ihr ist fast jedes Mittel recht, um an eine Baugenehmigung zu kommen, die es ihr möglich macht, einen Stall für ihr Pferd Bergamotte zu bauen. Hat es etwas zu bedeuten, dass alle vorherigen Bewohner des Gutshofs nur kurz dort gelebt haben, weil es sie frühzeitig dahingerafft hat?

Er hat bei einer Versteigerung riesige Flächen rund um Unterleuten gekauft, ohne zu wissen, was er damit tun soll. Doch seine Ratlosigkeit dauert nur kurze Zeit.

Wohnen wird er dort nicht. Die Zugezogenen sehen sich den Alteingesessenen gegenüber, die teilweise seit Jahrzehnten ihre Konflikte so ausdauernd pflegen wie andere Leute einen seltenen Bonsai.

Name: Berlin geboren: ca. Wer weggeht, wird vergessen. Besondere Merkmale: Zeitgeist Hervorstechende Eigenschaften: nervt.

Überall Werbung, die den Verstand beleidigte. Nachbarn, die am Samstagmorgen Regale an die Wände schraubten. Kinder, die in der Wohnung oben Fangen spielten.

Leute, die nicht wussten, dass es zum Musikhören auch Kopfhörer gab. Zehn verschiedene Paketdienste, die alle zwanzig Minuten klingelten, um eine Sendung für die Nachbarn abzugeben.

Zugeschissene Bürgersteige. Überwachungskameras und flimmernde Monitore an jeder Ecke. Unternehmensberater am Arbeitsplatz. Berufsverkehr, Rollschuh-Demos, neurotische Hunde, überquellende Mülltonnen und Menschen, die den lieben langen Tag auf ihre Smartphones starrten, um jene ungesunde Mischung aus Panik und Langeweile nicht zu spüren, die für den aktuellen Zeitgeist typisch war.

Verbietet anderen Dorfbewohnern ihre Bauprojekte, wenn er kann. Besondere Merkmale: immer politisch aktiv. Hervorstechende Eigenschaften: doziert gern.

Für Gerhard hatte der Umzug aufs Land eine Kündigungserklärung dargestellt. Als früher Anhänger der Umweltbewegung hatte er politisches Engagement immer als natürlichen Zustand empfunden.

An seinem Geburtstag schien es Gerhard, als stünde er allein auf einem Schlachtfeld, das alle anderen verlassen hatten, um für den nächsten Stadtmarathon zu trainieren.

Mit zunehmender Fassungslosigkeit blickte Gerhard in die Gesichter seiner Studenten, in denen sich Angst und Erwartung zu seltsamer Leere paarten.

Der Bologna-Prozess hatte aus der Universität ein Trainingscamp für Menschen gemacht, die sich bereits seit dem Kindergarten um das Design ihrer Lebensläufe sorgten.

Gerhards Kollegen waren freundlich, sportlich und stets mit allem einverstanden. Innerhalb des kleinen Universums der Universität bildeten sie einen wandelnden Skandal — der scharfzüngige, etwas kantige, aber immer noch gutaussehende Dozent und die junge, weiche, rothaarige Schöne.

Aber darum ging es nicht. Sie hatten im wörtlichen Sinn etwas füreinander übrig. Für Jule war Gerhards Furor ein Mittel gegen die drohende Informationsnarkose des frühen Für Gerhard war Jule der lebende Beweis, dass Begreifen keine Voraussetzung für Lieben darstellte.

Gemeinsam konnten sie tun, wovon andere nur träumten: die Dinge hinter sich lassen, statt an ihnen zu verzweifeln.

Bislang wenig Kontakt zu anderen Dorfbewohnern. Hasst ihren neuen Nachbarn Schaller. Besondere Merkmale: lange rote Haare, sieht aus wie von Klimt gemalt.

Hervorstechende Eigenschaften: ist überzeugt, ständig eine Rolle zu spielen. Jule wusste nicht, wer sie war.

Die Rollen funktionierten ein paar Tage, manchmal Wochen oder sogar Monate, dann fielen sie von ihr ab wie zerschlissene Kleider. Aber Jule wollte sich nicht im Ungefähren verlieren.

Das Facebook-und-Spiegel-Online-Geschwafel ihrer Freunde ging ihr auf die Nerven. Sie wollte jemand sein. Während er sprach, verwandelte sich Jule in eine Person und die Welt in einen begehbaren Ort.

Mehr auf ihrem Facebook-Account. Besondere Merkmale: sehr klein. Hervorstechende Eigenschaften: raubt ihrer Mutter den Schlaf.

Sie hatte sich zum ersten Mal aus eigener Kraft aufgesetzt. Vor Freude über diesen Erfolg strahlte sie wie eine kleine Sonne. Inzwischen malt und bastelt sie eifrig in einem Berliner Kindergarten und unternimmt mit ihrer Mutter nur noch sporadische Ausflüge in die Natur.

Beste Freundin: Hilde Kessler. Jeder im Dorf schuldet ihm was. Besondere Merkmale: Sieht aus wie sein eigener Hund Hervorstechende Eigenschaften: Laut und manchmal grob, aber schlauer als man denkt.

Das sei das Schöne in Unterleuten. Man schaffe es immer, sich gütlich zu einigen. Gombrowskis Leben war ein Kampf für die Ökologica, ein Kampf für Unterleuten und für die ganze Region, während sich alle anderen die Zeit damit vertrieben, ihm Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Name: Elena Gombrowski, geb. Niehaus geboren: in Mecklenburg Beruf: Hausfrau Beziehungen: verheiratet mit Rudolf Gombrowski , gemeinsame Tochter: Püppi Hasst Hilde Kessler.

Liebt ihren Mann trotz allem. Spielt manchmal Doppelkopf. Besondere Merkmale: Pfeift Melodien, ohne es zu wollen. Wirft Steine auf das Dach des Nachbarhauses.

Hervorstechende Eigenschaften: still. Sie ertrug kein Geschrei und schon gar keine Gewalt. Jedes laute Wort erschütterte sie bis ins Mark, jede erhobene Faust fuhr ihr direkt in die Eingeweide.

Im Lauf der Jahre hatte sich Elena in ein Auffangbecken für böse Worte und rüde Gesten verwandelt. Jede Form von Brutalität floss in ihre Richtung.

Beschimpfungen, Drohungen, Schläge meinten immer sie. Als Püppi ins Trotzalter gekommen war und anfing, ihrem Papa Widerworte zu geben, hatte Elena gelernt, die gesamte zerstörerische Energie von Gombrowskis Wut auf sich selbst zu lenken.

Fuhr eine Hand durch die Luft, stand Elena im Weg, um dem Streich eine Richtung zu geben. Es wurde zu ihrer Lebensaufgabe, Ursache und Ziel aller Gewalt zu sein, weil jeder Schlag, der sie traf, ihre Tochter verschonte.

Bis heute war es ihr nicht gelungen, ihrem Schweigen den vorwurfsvollen Klang abzugewöhnen. Wenn sie sich aufrichtete, verlangte ihr Körper, sich gleich wieder wegzuducken.

Sobald irgendwo ein Mann wütend wurde, hörte sie hinter sich ein kleines Mädchen weinen. Name: Fidi Gombrowski geboren: im Westen Beruf: Haushund, und zwar ein Mastiff Beziehungen: gehört Rudolf Gombrowski.

Versteht sich nicht so gut mit Elena. Will eigentlich nur, dass alle glücklich sind. Eigentlich wohnte im Körper der Kilo-Hündin eine sanfte Seele.

Gegenüber Besuchern verhielt sie sich freundlich, selbst Kinder durften sie ungestraft an den Ohren ziehen. Meine Fidi will es jedem recht machen, pflegte Gombrowski zu sagen, sie würde noch den Einbrechern helfen, den Fernseher hinauszutragen.

Name: Püppi Gombrowski geboren: in Unterleuten Beruf: Doktorin der Germanistik an der Uni Freiburg Beziehungen: Tochter von Rudolf Gombrowski und Elena Gombrowski.

Hasst Unterleuten. Besondere Merkmale: Hält sich für etwas Besseres und ist es vielleicht auch. Hervorstechende Eigenschaften: abwesend. Date of publication: March 8, This title is available.

Kundenrezensionen: Rights sold to: Denmark Rosinante , France Actes Sud , Greece Metaixmio , Italy Fazi , The Netherlands Ambo Anthos , Norway Gyldendal Norsk Selected by New Books in German English sample translation available.

It looks as if Linda, who is only ever called the "horse woman", has found paradise for herself and her stallion. Unspoiled countryside, a romantic cottage and endless space in the village of Unterleuten promise to be an idyll.

The peaceful life goes out of joint when an investment company decides to erect a wind park close by. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf.

Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches. Mit dem Dorf stimmt was nicht. Ganz massiv. Nehmen Sie sich zehn Minuten für einen Rundgang durchs Dorf!

Bewegen Sie sich in Unterleuten, lernen Sie das Dorf, seine Bewohner und andere Beteiligte kennen. Denn irgendwie sind wir doch immer und überall unter Leuten.

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf Unterleuten irgendwo in Brandenburg. Als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden.

Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Gibt es im Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses?

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1 Kommentare

  1. Megal

    ich beglГјckwГјnsche, die ausgezeichnete Antwort.

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